Zahnarztpraxis GT
Gemeinschaftspraxis Dr. Daniela Kempin & Jan Beckschäfer
Freier atmen. Besser schlafen.
Was passiert eigentlich, wenn wir nachts nicht frei durch die Nase atmen? Und welche Rolle können Mundatmung und Schnarchen dabei spielen? Ein genauerer Blick auf unsere Atmung kann überraschende Zusammenhänge zeigen.
Wenn die Nase nachts nicht frei mitarbeitet
Während wir schlafen, denken wir nicht darüber nach, wie wir atmen. Unser Körper macht es einfach.
Doch wenn die Nasenatmung erschwert ist, kann sich die Atmung verändern und vermehrt über den Mund erfolgen. Auch beim Schnarchen kann die Nasenatmung eine Rolle spielen – allerdings ist Schnarchen komplex und kann unterschiedliche Ursachen haben.
Genau deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die nächtliche Atmung.
Nase oder Mund – macht das wirklich einen Unterschied?
Ja – denn unsere Nase kann mehr, als Luft einfach nur durchzulassen.
Beim Atmen durch die Nase wird die eingeatmete Luft gefiltert, erwärmt und befeuchtet, bevor sie die tieferen Atemwege erreicht. Die Nasenatmung beeinflusst außerdem den Strömungswiderstand der Atemwege und in den Nasennebenhöhlen gebildetes Stickstoffmonoxid gelangt mit der Atemluft in die unteren Atemwege.
Atmen wir dagegen überwiegend durch den Mund, werden diese Funktionen der Nase teilweise umgangen. Gerade nachts kann sich das beispielsweise durch einen trockenen Mund am Morgen bemerkbar machen.
Das Spannende:
Ob wir nachts überwiegend durch Nase oder Mund atmen, nehmen wir selbst oft gar nicht bewusst wahr.
Und was hat die Nasenatmung mit Schnarchen zu tun?
Schnarchen entsteht, wenn Gewebe in den oberen Atemwegen während des Schlafs in Schwingung gerät. Eine eingeschränkte Nasenatmung kann dabei eine Rolle spielen, denn wenn die Luft nicht gut durch die Nase strömen kann, wird häufiger durch den Mund geatmet.
Wichtig ist aber: Schnarchen hat nicht nur eine Ursache. Auch die Anatomie von Mund, Kiefer, Zunge und Rachen, die Schlafposition und weitere Faktoren können Einfluss darauf haben.
Der kleine Aha-Moment
Schnarchen ist also nicht einfach nur ein störendes Geräusch. Es kann ein Hinweis darauf sein, dass sich die Atmung während des Schlafs verändert – und deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Was hat das eigentlich mit Zahnmedizin zu tun?
Mehr, als man zunächst vielleicht denkt. Mund, Kiefer, Zunge, Rachen und Atemwege stehen funktionell miteinander in Verbindung. Deshalb kann auch der Blick in den Mund Hinweise liefern, wenn es um nächtliche Atmung und Schnarchen geht.
Zahnärztlich lassen sich beispielsweise Zahn- und Kieferstellung, Zungenraum sowie bestimmte anatomische Gegebenheiten im Mund- und Rachenbereich beurteilen. Auch Mundatmung oder nächtliches Zähneknirschen können Anlass sein, genauer hinzusehen.
Genau deshalb kann die Zahnarztpraxis ein sinnvoller Ort sein, um das Thema anzusprechen – und bei Bedarf eine weiterführende medizinische Abklärung zu empfehlen.
Denn guter Schlaf beginnt manchmal mit einem genaueren Blick auf das, was nachts unbemerkt passiert.
Wann sollte man Schnarchen genauer anschauen?
Schnarchen ist weit verbreitet und nicht automatisch ein Zeichen für eine Erkrankung. Es gibt jedoch Situationen, in denen es sinnvoll ist, die nächtliche Atmung genauer abklären zu lassen.
Aufmerksam werden sollte man beispielsweise, wenn zum Schnarchen weitere Auffälligkeiten hinzukommen – etwa beobachtete Atemaussetzer, nächtliches Luftschnappen, häufiges Erwachen oder ausgeprägte Müdigkeit am Tag.
Denn hinter starkem oder unregelmäßigem Schnarchen kann in manchen Fällen eine schlafbezogene Atmungsstörung wie eine obstruktive Schlafapnoe stehen. Das lässt sich nicht allein am Schnarchgeräusch erkennen und gehört medizinisch abgeklärt.
Unser Gedanke dabei: Lieber einmal genauer hinschauen, als nächtliche Auffälligkeiten über Jahre einfach als „normales Schnarchen“ abzutun.
Was kann eine freie Nasenatmung unterstützen?
Manchmal sind es bereits kleine Veränderungen, die das Atmen durch die Nase erleichtern können. Entscheidend ist zunächst, warum die Nasenatmung eingeschränkt ist – denn nicht jede Ursache lässt sich auf die gleiche Weise beeinflussen.
Je nach Situation können beispielsweise die Schlafposition, ein angenehmes Raumklima oder die Behandlung einer dauerhaft verstopften Nase eine Rolle spielen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Eine weitere Möglichkeit können kleine mechanische Nasendilatatoren sein. Sie werden in der Nase getragen und halten die Naseneingänge sanft etwas weiter offen. Dadurch kann der Luftstrom durch die Nase erleichtert werden – ganz ohne Wirkstoff.
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Ob eine solche Unterstützung im individuellen Fall sinnvoll ist, lässt sich am besten persönlich besprechen.
Glückliches Lächeln